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Frisch aus der Redaktion

 Der Herr Laus

Der Herr Laus
  • 06.Dez.2017

Jucheee, es ist Nikolaus. Aus überlieferten Schriften wissen wir ja, oder wir nehmen eher an das ein Bischof aus dem kleinen Nest von Myra dafür verantwortlich zeichnet., weil er zwei Mädchen gerettet hat indem er zwei oder drei Goldklumpen durchs Fenster warf. Ob die Fenster dabei zu Bruch gingen ist allerdings nicht überliefert. Also haben wir mal scharf nachgedacht. Warum sollte einem Bischof aus dem Mittelmeerraum soviel aufmerksamkeit geschenkt werden wenn er bei Eiseskälte die Fenster einer bettelarmen Familie zerstört ? Wir kamen nach intensiven Recherchen zu einem ganz anderen Ergebnis, zumal dieses Brauchtum ja auch noch aus zwei Nikoläusen zu einem zusammengeknotet wurde. Nein nein, das klingt zu schön um wahr zu sein, darum entzündeten wir ein Teelicht und begaben uns mal zu einem Medium am nahegelegenden Weihnachtsmarkt.

Die alte Dame, modisch gekleidet mit einem Kartoffelsack um die beleibten Hüften und einem Zipfelhut auf dem Schädel erwartete uns bereits. Wir nahmen Platz und schauten zuerst.....nein, nicht in die Glskugel, sondern in ein unvollständiges lockeres plaqueverseuchtes Gebiß. Es roch nicht etwa nach Weihrauch sondern eher nach einem Gemisch aus Urin, Nikotin und diesen Bonbons die man ins Pissoir schmeisst um einen hygienischen Eindruck zu vermitteln. Nun gut, wir legten in den Holzteller einige Silberlinge , äh Klimpergeld und lauschten gespannt den Ausführungen.

Es begab sich also im Jahre 385 nach Christi das ein gewisser Herr Niko Laus, ein gefräßiger Kleinganove aus den Niederlanden reiche Geschäftsleute um ihr Erspartes brachte um es an der nächsten Ecke dem Dorffleischer in den Rachen zu schmeissen, damit edelster Schinken und das zarteste Fleich den Gaumen des Herrn Laus verwöhnen sollten. Da es zu dieser Zeit weder die Spusi noch irgendwelche Sondereinheiten der Polizei oder des Bundesgrenzschutzes zur Verfügung standen, war die Tarnung mit einem Rauschebart ala ZZ Top und ein Gewand eines roten zerschliessenen Wandvorhanges nahezu ideal. An einem Arschkaltem Dezembermorgen jedoch, es war vermutlich der 6. Dezember 398 nach oder vor Christi Geburt legte eben dieser Niko Laus zuviel Holzscheite auf, was unweigerlich dazu führte, das durch Funkenflug binnen kürzester Zeit die gesammte Hütte in Flammen stand. Das blieb natürlich nicht lange unentdeckt, denn die anderen Dorfbewohner die hauptsächlich ihre alten mühevoll zusammengeklebten Schuhe als Heizmaterial verwendeten und den Kitt aus den Fenstern als Grundnahrungsmittel verwenden mussten, kamen nicht umhin den wohlriechendem Geruch von frisch gegrilltem nachzugehen. Ja, auch die Vorratskammer von Laus wurde ein Opfer der Flammen. Da Laus eher als unbescholten und zurückgezogener Einbrödler am Dorfrand herumoxidierte und alle plötzlich annahmen, das es sich nun doch um einen ausgeschlafenen Geschäftsmann handeln müsse, strömte das gesammte Dorf zu diesem beeindruckenen Spektakel. Es entstand ein turbulenter Abend und jeder der aus zerquetschten Trauben etwas Wein gewonnen hatte oder sonst irgendetwas an halbwegs berauschenden Getränken beisteuern konnte, tat dieses auch. Alle wärmten sich am Feuer und fischten die halbverkohlten Schnitzel oder Rinderhälften aus dem Feuer. Der Dorfälteste, sehr angetan von dieser rührenden Geste verkündete, das zum Gedenken an diesen ehrwürdigen Tag, dieses Fest an jedem 6 Dezember eines jeden Jahres zum Gedenken an den großzügigen Herrn Laus abgehalten werden solle. Gleichzeitig wurde das wenn auch primitive Grillen erfunden, da Fleich gegart wesentlich bekömmlicher war. Das Herr Laus, nach zwei Tagen geteert und gefedert wurde, liegt an der Tatsache, das Reste des roten Wandvorhanges aufgefunden wurde welches den Schluß zuließ, das es sich hier um den Kleinkriminellen handeln musste, der den Kaufleuten den letzten Silberling streitig machte. Da der Fleischer als Helfeshelfer fungierte, wurde auch er bestraft und musste 12 Liter Zwiebelsuppe essen. Da die Wirkung nicht lange auf sich warten ließ und die Darmwinde sich nicht mit offenem Feuer vertrugen, erschuf man so ganz nebenbei den ersten Flammenwerfer. Da zur damaligen Zeit das meiste noch in Stein gemeisselt wurde, wurde später durch irgend so einen dussligen Übersetzer aus Niko Laus der Nikolaus.

Schuhe befüllt man heute um an die armen Dorfbewohner zu erinnern, die diese im Winter verheizten und natürlich an das große Fest der Gaumenfreuden des Herrn Laus. Das putzen selbiger kam im 19 Jahrhundert durch gewiefte Eltern hinzu, da die Frau streikte als sie jedes mal den Ackerschlamm vom Holzfußboden schrubben musste. In der Gegenwart entwickelte sich diese Geschenketechnik soweit, das in den Schuhen nicht mehr getrockneter Fisch oder Bonbons zu finden sind, sondern die neuste Playstation des zockerverseuchten Nachwuchses. SM Fetichisten führten dazu noch um 1905 die Rute ein, die mit einer gesunden Konjunktur zur Lederpeitsche mutierte.

So gedenken auch wir an diesen ehrfürchtigen Tag und wünschen allen ein schönen Nikolaus

Ihre/Eure Redaktion

 

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